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Wenn du ein Jahr lang glücklich sein willst,
erbe ein Vermögen.
Wenn du Glück für ein Leben lang willst,
hilf jemand anderem.
(Zen-Weisheit)

Der Bauer, der Müller und der Bäcker

Es waren einmal drei Brüder, ein Bauer, ein Müller und ein Bäcker. Sie lebten von ihrer Hände Arbeit und mühten sich jahrein jahraus.

Eines Tages erschien ihnen eine Fee und sagte: „Ich will Euch etwas geben, damit Ihr Euer Glück machen könnt. Jeder von Euch bekommt ein Säckchen Gold. Wenn ich in einem Jahr wiederkomme, und Ihr Euren Reichtum vermehrt habt, dann bekommt Ihr noch einmal ein Säckchen Gold.

Die Brüder waren überglücklich.

Der Bauer ließ sofort alle Arbeit auf seinen Feldern von anderen tun.

Der Müller kaufte sich feine Kleider und aß und trank nur das Allerbeste.

Der Bäcker backte Brot und baute von seinem Gold ein Haus.

Als das Jahr fast um war, erschien jedem der Brüder ein Zwerg. Und er sprach zu dem ersten Bruder: „Bauer, dein Goldsäckchen ist leer, und du hast deinen Reichtum nicht vermehrt. Was willst du der Fee sagen?“ Und der Bauer erschrak.

„Nun, sagte der Zwerg, ich will dir ein Säcklein Gold und etwas mehr geben, aber du musst es mir in einem Jahr mit Zins zurückzahlen. Wenn du das nicht schaffst, dann gehört mir dein Leben.“ Da sah der Bauer seine Chance und ging auf den Handel ein.

Als der Zwerg zu dem zweiten Bruder kam, sprach er: „Müller, dein Goldsäckchen ist leer, und du hast deinen Reichtum nicht vermehrt. Was willst du der Fee sagen?“ Und der Müller erschrak. „Nun, sagte der Zwerg, ich will dir ein Säcklein Gold und etwas mehr geben, aber du musst es mir in einem Jahr mit Zins zurückzahlen. Wenn du das nicht schaffst, dann gehört mir dein Leben.“ Da sah der Müller seine Chance und ging auf den Handel ein.

Zuletzt kam der Zwerg zu dem dritten Bruder und sah, dass der Bäcker ein Haus gebaut und seinen Reichtum vermehrt hatte. Da sprach der Zwerg: „Deine Brüder waren nicht so klug wie du. Ich habe ihnen ausgeholfen. Aber wenn du mich nicht in deinem neuen Haus wohnen lässt, dann verrate ich deine Brüder an die Fee.“ Und so wohnte fortan der Zwerg in des Bäckers Haus.

Nicht lange danach, erschien den Brüdern die Fee, sah dass alle drei ihren Reichtum vermehrt hatten und schenkte jedem, wie versprochen, ein weiteres Säcklein Gold und sagte: „Wenn ich in einem Jahr wiederkomme, und Ihr Euren Reichtum vermehrt habt, dann bekommt Ihr noch einmal ein Säckchen Gold.“

Der Bauer bezahlte mit seinem Gold den Zwerg und arbeitete Tag und Nacht, um auch den Zins aufzubringen. Aber es kam ein Sturm brach all sein Korn auf den Feldern um.

Der Müller bezahlte mit seinem Gold den Zwerg und arbeitete Tag und Nacht, um auch den Zins aufzubringen. Aber der Sturm brach die Flügel seiner Mühle entzwei.

Der Bäcker backte Brot und baute ein zweites Haus.

Als das Jahr fast um war, erschien jedem der Brüder der Zwerg. Und wieder lieh er dem ersten und dem zweiten Bruder ein Säcklein Gold gegen ihr Leben, um die Fee zu täuschen.

Als er sah, dass der Bäcker ein zweites Haus gebaut und seinen Reichtum vermehrt hatte sprach er: „Deine Brüder waren nicht so klug wie du. Ich habe ihnen ausgeholfen. Aber wenn du nicht meine Mutter in deinem neuen Haus wohnen lässt, dann verrate ich deine Brüder an die Fee."

Und so wohnte fortan der Zwerg in des Bäckers erstem Haus und die Zwergenmutter in des Bäckers zweitem Haus.

Und als die Fee erschien, gab sie wieder jedem Bruder ein Säcklein Gold und mahnte sie, ihren Reichtum ein letztes Mal zu vermehren, um in einem Jahr ein drittes Säcklein Gold zu erhalten.
Wieder zahlten die ersten beiden Brüder mit dem Gold ihre Schulden beim Zwerg und mühten sich mit ihrer Arbeit ab, um auch den Zins leisten zu können.

Der Bäcker aber backte Brot und baute ein drittes Haus.

Als das Jahr fast um war, erschien der Zwerg. Und er sprach zu dem ersten Bruder: „Bauer, dein Goldsäckchen ist leer, du hast deinen Reichtum nicht vermehrt und mir auch meinen Zins nicht zurückgezahlt. Aber ich will dein Leben verschonen, und dir ein weiteres Säcklein Gold und etwas mehr geben. Du musst es mir nur in einem Jahr mit Zins zurückzahlen. Wenn du das nicht schaffst, dann nehme ich das Leben deines Bruders, des Müllers.“ Da sah der Bauer, dass er keine andere Chance hatte und ging auf den Handel ein.

Als der Zwerg zu dem zweiten Bruder kam, sprach er: „Müller, dein Goldsäckchen ist leer, du hast deinen Reichtum nicht vermehrt und mir auch meinen Zins nicht zurückgezahlt. Aber ich will dein Leben verschonen, und dir ein weiteres Säcklein Gold und etwas mehr geben. Du musst es mir in einem Jahr mit Zins zurückzahlen. Wenn du das nicht schaffst, dann nehme ich das Leben deines Bruders, des Bauern.“ Da sah der Müller, dass er keine andere Chance hatte und ging auf den Handel ein.

Zuletzt kam der Zwerg zu dem dritten Bruder und sah, dass der Bäcker ein drittes Haus gebaut und seinen Reichtum vermehrt hatte. Da sprach der Zwerg: „Deine Brüder waren nicht so klug wie du. Ich habe ihnen ausgeholfen. Aber wenn du nicht meine Schwester deinem neuen Haus wohnen lässt, dann verrate ich deine Brüder an die Fee.“ Und so wohnte fortan der Zwerg in des Bäckers erstem Haus, die Mutter des Zwergen in seinem zweiten Haus und die Schwester des Zwergen in seinem dritten Haus.

Bald erschien die Fee. Und als sie sah, dass alle ihren Reichtum vermehrt hatten sagte sie:
„Heute sehen wir uns das letzte Mal. Ihr könnt nun wählen, ob Ihr jeder ein drittes Säcklein Gold haben möchtet, oder ob ich Euch einen Wunsch erfüllen soll.“

Da wünschte sich der Bauer, dass der Zwerg nicht das Leben des Müllers nehmen konnte.

Der Müller wünschte sich, dass der Zwerg nicht das Leben des Bauern nehmen konnte.

Und der Bäcker wünschte den Zwerg samt seiner Familie ans Ende der Welt.

Und so wohnten die drei Brüder in den drei Häusern und waren nicht reich, aber froh.

 

Widum woanders